Fotografieren am Polarkreis stellt besondere Anforderungen — nicht nur an die Fotoausrüstung. Wer bei intensivem Polarlicht mehrere Stunden draußen verbringt, braucht Kleidung, die auch bei Wind und tiefen Temperaturen zuverlässig warm hält. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Empfehlungen, die ich alle selbst erprobt habe.

Island
Die durchschnittlichen Temperaturen im Januar und Februar liegen bei ca. 0 °C. Ab November kann es zu extremen Stürmen kommen. Bei kaltem Wind und hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich die Temperatur deutlich niedriger an.

Lofoten
Das Küstenklima sorgt für milde Winter — die Durchschnittstemperatur im Januar/Februar liegt bei –1 °C. Die Tiefsttemperatur kann bis –16 °C betragen; in Kombination mit Wind liegt die gefühlte Temperatur noch deutlich tiefer.
Das Zwiebelprinzip
Die wichtigste Grundregel lautet: mehrere dünne Schichten sind wärmer als eine dicke. Jede Schicht hat eine spezifische Aufgabe, und die Kombination macht den Unterschied.
Erste Schicht (Base Layer): Liegt direkt auf der Haut und transportiert Feuchtigkeit nach außen. Merino-Wolle ist hier das beste Material — atmungsaktiv, geruchsneutral und angenehm auf der Haut. Unterhemd, Unterhose und Socken aus Merino bilden die Basis.
Zweite Schicht (Mid Layer): Isoliert und hält die Körperwärme. Ein leichter Fleece oder Merino-Pullover leitet die Feuchtigkeit vom Base Layer weiter nach außen. Darüber kommt bei größerer Kälte eine Daunenjacke oder Stepp-Jacke als zusätzliche Isolationsschicht.
Dritte Schicht (Outer Layer): Schützt vor Wind und Nässe. Die äußere Jacke muss winddicht und möglichst wasserdicht sein — hier kommt keine zusätzliche Isolierung dazu, da man sich beim Fotografieren kaum bewegt und die inneren Schichten die Wärme halten.
Beim Fotografieren steht man oft längere Zeit still — das kühlt schneller aus als beim Wandern. Daher lieber eine Schicht mehr einpacken und bei Bedarf ausziehen.
Erste Schicht — Base Layer
Merinowolle hat sich als Material für die Basisschicht klar durchgesetzt: weich, kratzt nicht, reguliert die Temperatur, ist geruchsneutral und trocknet schnell. Meine Empfehlung für alle drei Teile:
Icebreaker Merino Unterhemd
Langarm, Merinowolle, anatomisch geschnitten
Icebreaker Merino Unterhose
Lang, Merinowolle
Danish Endurance Merino Socken
Warm, Merinowolle
Zweite Schicht — Mid Layer
Für die mittlere Schicht empfehle ich eine Kombination aus leichtem Fleece- oder Merino-Pullover und einer isolierenden Stepp-Jacke. Letztere lässt sich je nach Temperatur dazu- oder weglassen.
Vaude Fleece-Pullover
Leicht, wärmend, feuchtigkeitsableitend
Höhenhorn Stepp-Jacke
Daunenfüllung, sehr leicht und komprimierbar
Dritte Schicht — Outer Layer
Die äußere Jacke schützt vor Wind und Regen. Winddichtigkeit hat dabei Vorrang — auf den Lofoten ist es oft der Wind, der die Kälte unangenehm macht, nicht die Temperatur allein.
Vaude Winterjacke
Winddicht, wasserdicht, zusätzliche Isolierung
Tipp: Manche Fotografen schwören auf eine zusätzliche Softshell-Hose über der Merino-Unterhose, die flexibel und winddicht ist und beim Hinhocken für Tiefperspektiven nicht einschränkt.
Für die Hose empfehle ich Modelle von Fjällräven — etwa die Keb oder Vidda Pro. Beide sind winddicht, wasserabweisend, strapazierfähig und trotzdem angenehm zu tragen. Wichtig für Fotografen: Die Hose sollte kniefrei sein und beim Hinhocken nicht einschränken.
Schuhe und Spikes
Im Januar und Februar können die Lofoten eisglatt sein. Warme, wasserdichte Stiefel und Spikes sind unverzichtbar.
Kamik Winterstiefel
Bis –40 °C, herausnehmbarer Innenschuh. Hinweis: recht klobig — Autofahren ist damit gewöhnungsbedürftig.
Muckboot Arctic Outpost
Bis –40 °C, weniger klobig als Kamik. Einlaufen empfohlen.
Spikes / Eisgriffe
Unverzichtbar auf den Lofoten im Winter. Bitte vor dem Betreten der Unterkunft ausziehen!
Mütze, Handschuhe und Wärmepads
Auch bei den Handschuhen gilt das Zwiebelprinzip — genau wie beim Oberkörper. Ein dünner Liner als erste Schicht hält die Finger warm und ermöglicht das Bedienen von Touchscreens. Darüber kommt die Shell als zweite Schicht, die sich an den Fingerkuppen zurückklappen lässt — so kannst du Kameraeinstellungen vornehmen, ohne den Handschuh vollständig ausziehen zu müssen. Bei extremer Kälte lässt sich ein Wärmepad in die Shell einlegen.
- Liner (erste Schicht) — dünner Polartec-Handschuh mit Touch-Screen-Funktion
- Shell (zweite Schicht) — Fingerkuppen lassen sich zurückklappen, mit Innenfach für Wärmepads
- Heat 2 Softshell — guter Kompromiss aus Qualität und Preis
- Wärmepads — bis zu 12 Stunden Wärme, passend für die Shell-Handschuhe
- Merino-Mütze — perfekt geformt, angenehm warm
Mit meinem Aktionscode gibt es 10% Rabatt auf das gesamte Sortiment — einfach per E-Mail anfragen.
Wer generell zu kalten Füßen neigt, kann zusätzlich beheizbare Socken in Betracht ziehen — z. B. von Lenz oder Therm-ic. Die eingebauten Akkus halten bei moderaten Temperaturen einen ganzen Fototag durch, verlieren in extremer Kälte aber schneller an Kapazität. Als Ergänzung zu gutem Schuhwerk und Merino-Socken können sie einen Unterschied machen.
Dieser Artikel wurde zuletzt im Juni 2026 aktualisiert.
Die mit Amazon verlinkten Produkte sind Affiliate-Links — bei einem Kauf erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass sich der Preis für dich erhöht. Alle genannten Produkte habe ich selbst erprobt.








