Im Mai 2018 gab es am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Sandhausen mal wieder Schultheater zu bestaunen. Die Theater AG präsentierte mit einem spielfreudigen und ausdrucksstarken Ensemble das moderne Stück „Corpus delicti“ von Juli Zeh in einer minimalistischen Inszenierung.

An insgesamt drei Abenden kamen Kulturliebhaber auf ihre Kosten. Für mich ist es inzwischen schon fast eine lieb gewordene Tradition, die Aufführungen – falls zeitlich irgendwie möglich – zu besuchen und fotografisch zu dokumentieren, so dass die jungen Nachwuchsdarsteller eine bleibende Erinnerung an diesen Höhepunkt ihrer Schulzeit mit nach Hause nehmen können.

corpus delicti

Es ist schon erstaunlich, mit wieviel Leidenschaft vor unter hinter den Kulissen gearbeitet wird, um ein solche Aufführung möglich zu machen: Neben Regie, Garderobe, Bühnenbild und Maske sind auch die Schüler der Technik-AG gefragt, ihren Beitrag zu leisten und die Bühne ins richtige Licht zu setzen – der Aufwand hat sich auch dieses Jahr wieder gelohnt!

corpus delicti

Corpus Delicti behandelt die Problematik einer Gesundheitsdiktatur in naher Zukunft am Beispiel einer Herrschaftsform, die einen Unfehlbarkeitsanspruch erhebt. Juli Zeh greift Entwicklungen der heutigen Zeit auf, führt sie weiter und nimmt sie als Grundlage eines Staates, den sie METHODE nennt. Der Roman warnt den Leser vor kritischen Entwicklungen der heutigen Gesellschaft und appelliert an seine Mündigkeit und Eigenverantwortung. Die Inszenierung lieferte entsprechend viele Denkanstöße für die Zuschauer im Publikum.

In den Hauptrollen waren Victoria Schlüter (Mia Holl), Leon Renner (Moritz Holl), Carmen Adrian (die „ideale Geliebte“) und Maksym Rudnytskyy (Heinrich Kramer) zu sehen, die – ebenso wie alle anderen Darsteller – wunderbar aufspielten. Auf der Web Site des FEG Sandhausen ist ebenfalls ein kurzer Rückblick auf die Theateraufführung zu finden.