Nach dem anhaltenden Regen der letzten Tage hatte ich mal wieder Lust auf einen kleinen Ausflug in den nördlichen Schwarzwald, genauer gesagt zu den Wasserfällen bei Geroldsau. Der Grobbach führt im Sommer und Herbst meistens nicht ganz so viel Wasser, so dass weder der Flusslauf noch die Wasserfälle besonders gewaltig wirken.

Nach einem Blick auf die Wettervorhersage – leider war nicht ganz so viel Bewölkung angekündigt, wie ich es mir für die Wasserfotografie gewünscht hätte – machte ich mich am späten Vormittag auf den Weg in den kleinen Ort südlich von Baden-Baden.

Wasserfall Geroldsau

Parkplatz Wasserfall Geroldsau

Bei der Planung der Anfahrt war mir schon aufgefallen, dass seit meinem letzten Besuch anscheinend ein neuer Parkplatz angelegt worden war, von dem aus der Bach und die Wasserfälle noch einfacher zu erreichen sind. Der Parkplatz befindet sich kurz hinter dem Ortsausgang von Geroldsau, und als ich um die Mittagszeit ankam gab es noch genau eine freie Parklücke für mich. Das Naherholungsgebiet wird anscheinend sehr gut angenommen, aber die Besucher verteilen sich sehr gut entlang des etwa 2 km langen Bachlaufs, bis man auf den zentralen Wasserfall trifft.  

Nach dem kurzen Abstieg hinab zum Bach staunte ich nicht schlecht: Der Grobbach hatte sich in einen fast schon reissenden Fluss verwandelt. Fast überall im breiten Bachbett gab es Stromschnellen, aber auch sehr viel Treibholz und abgeknickte Äste hatten sich zwischen den großen, moosbewachsenen Steinen im Bachlauf verfangen.

Auch einige Seitenwasserfälle, die sonst wegen Wassermangels gar nicht erst sichtbar sind, hatten sich gebildet und boten sich als Fotomotive an.

Die Sonne schien glücklicherweise nur selten zwischen den Wolken durch, sonst hätte ich in den frühen Nachmittagsstunden keine gleichmäßig belichteten Fotos aufnehmen können. Wegen der hohen Fließgeschwindigkeit des Wassers verwendete ich in den meisten Fällen lediglich ein Polfilter, um das Grün der moosbewachsenen Steine ein bisschen zu verstärken und den Blick durchs Wasser auf das bräunlich schimmernde Bachbett zu ermöglichen.

In manchen Fällen verwendete ich außerdem ein ND8-Filter, um die Belichtungszeit in den niedrigen Sekundenbereich verlängern zu können.

Langsam arbeitete ich mich flussaufwärts und nahm mir viel Zeit fürs Fotografieren, wenn ich ein interessantes Motiv oder eine spannende Komposition entdeckte. Das Hantieren mit dem Stativ und meine kniehohen Gummistiefel sorgten für Neugierde bei einigen der anderen Erholungssuchenden, so dass ich immer mal wieder zwischendurch ein nettes Gespräch führen konnte.

Mit all dem satten Grün um mich herum fühlte ich mich manchmal wie in einem tropischen Dschungel.

Schließlich erreichte ich den eigentlichen Wasserfall, und noch einmal staunte ich nicht schlecht: Mit großer Gewalt sprudelte das Wasser, und an dieser Fallstufe wurde besonders deutlich, wie viel Wasser der Grobbach im Augenblick tatsächlich führt.

Aus fotografischer Sicht war der Wasserfall gar nicht so einfach zu nehmen: Bei zu lang gewählter Belichtungszeit verschwamm der Wasserfall zu einer einzigen, unstrukturierten weißen Fläche, bei einer zu kurz gewählten Belichtungszeit ließen sich die Strukturen des abfließenden Wassers nicht mehr gut erkennen – nach einigem Experimentieren war ich dann ganz zufrieden mit meinem Ergebnis und der dramatischen Wirkung des Fotos. 

Hast du auch schonmal im nördlichen Schwarzwald fotografiert, kennst du weitere schöne Ziele, die sich fotografisch besonders lohnen? Ich bin gespannt auf deine Tipps!

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