Was zwischen den Bildern geschieht

Der eigentliche Wert eines Wettbewerbs entsteht oft schon vor dem Ergebnis: in der Auswahl, Sichtung und Zusammenstellung der eigenen Arbeiten. So ging es mir beim Hasselblad Masters 2026.

Hasselblad Masters

Für meine Einreichungen habe ich bewusst auf bereits entstandenes Material zurückgegriffen, statt eigens neue Serien zu produzieren. Der Wettbewerb ist mir wichtig – gerade weil die internationale Konkurrenz enorm ist, was meinen Blick auf die eigene Arbeit geschärft, nicht getrübt hat.

Eine Auswahl treffen…

Trotzdem hat mich der Auswahlprozess sehr gereizt, vielleicht sogar mehr als die Einreichung selbst. Ich habe Bilder noch einmal neu betrachtet, Ausdrucke gemacht, verschiedene Kombinationen nebeneinander gelegt und ausprobiert, welche Arbeiten tatsächlich als Serie funktionieren und welche nur als Einzelbild stark sind. Gerade dieses Verschieben, Vergleichen und Verwerfen war für mich der spannendste Teil.

Dabei ging es um mehr als Wettbewerbsstrategie: Welche Bilder gehören wirklich zusammen? Wo entsteht ein gemeinsamer Ton, eine Spannung, ein Rhythmus? Und wie verändert sich die Wirkung eines Fotos, wenn es Teil eines Dreiklangs wird statt für sich allein zu stehen?

Insofern war diese Auswahl für mich schon jetzt ein Gewinn, unabhängig davon, wie der Wettbewerb ausgeht. Sie hat mich gezwungen, die eigenen Arbeiten mit etwas Abstand neu zu lesen und bewusster über Zusammenhänge, Wiederholungen und Brüche nachzudenken – ein Wert, der weit über eine mögliche Platzierung hinausgeht.

Tipp von außen – und meine bewusste Abweichung

In seiner YouTube-Reihe zum Hasselblad Masters gibt Albrecht Voss hilfreiche und praxisnahe Empfehlungen für eine erfolgreiche Einreichung, darunter den Rat, innerhalb einer Serie konsequent ein einheitliches Bildformat zu verwenden, um Konsistenz und visuelle Stärke zu betonen. Ich habe mir seine Videos aufmerksam angeschaut und kann sie jedem empfehlen, der ernsthaft über eine Teilnahme nachdenkt.

Und trotzdem: Bei zwei meiner Serien habe ich diese Empfehlung bewusst ignoriert. Der Wechsel zwischen verschiedenen Formaten war für mich kein Versehen, sondern eine inhaltliche Entscheidung, weil die Bilder so erzählen sollten, wie ich es meinte – nicht so, wie es strategisch klüger gewesen wäre. Ich habe sogar eine Aufnahme im X-Pan-Format (Seitenverhältnis 65:24) eingereicht. Ob das die richtige Wahl war, entscheiden vielleicht die Juroren. Mir war es wichtig, der eigenen Bildsprache und mir selbst treu zu bleiben.

Im Folgenden zeige ich die final ausgewählten Serien und die kurzen Beschreibungen, mit denen ich sie im Wettbewerb eingereicht habe.

Kategorien

Sieben Kategorien, vier Einreichungen: Ich habe die Serien ausgewählt, die mich selbst am ehrlichsten zeigen. Neben Landscape, Art, Portrait und Architecture gab es außerdem noch Street, Wildlife sowie eine eigene Kategorie für Teilnehmende bis 21 Jahre – dafür hatte ich diesmal kein Material, das als Serie stark genug gewesen wäre.

Markers (Kategorie Landscape)

Taken in Iceland in 2010, this series uses roadside markers to explore solitude and orientation in whiteout conditions. I hope to express fragility, distance, and the need for direction.

Aufgenommen in Island im Jahr 2010, nutzt diese Serie Straßenmarkierungen, um Einsamkeit und Orientierung im „Whiteout“ zu erkunden. Ich möchte Zerbrechlichkeit, Weite und das Bedürfnis nach Richtung ausdrücken.

Markers I
Markers II
Markers III

Still Forms (Kategorie Portrait)

Photographed in my studio in Sandhausen between 2022 and 2026, these portraits focus on silence, gesture, and form. I wanted to express intimacy, fragility, and timeless presence.

In meinem Studio in Sandhausen zwischen 2022 und 2026 entstanden, konzentrieren sich diese Porträts auf Stille, Geste und Form. Ich wollte Intimität, Zerbrechlichkeit und zeitlose Präsenz ausdrücken.

Still Forms I
Still Forms II
Still Forms III

Threshold (Kategorie Art)

Taken in the forests of Nußloch, where I live, between 2022 and 2024, this series follows my dog through mist and silence. I hope to express mystery, companionship, and quiet transition.

Aufgenommen in den Wäldern von Nußloch, wo ich lebe, zwischen 2022 und 2024, folgt diese Serie meinem Hund durch Nebel und Stille. Ich möchte Geheimnis, Verbundenheit und stillen Übergang ausdrücken.

Threshold I
Threshold II
Threshold III

Structures of Stay (Kategorie Architecture)

Photographed on Fehmarn in 2025, these images explore coastal architecture through rhythm, geometry, and traces of use. I wanted to express stillness, anonymity, and lived space.

Aufgenommen auf Fehmarn im Jahr 2025, erkunden diese Bilder Küstenarchitektur durch Rhythmus, Geometrie und Gebrauchsspuren. Ich wollte Stille, Anonymität und gelebten Raum ausdrücken.

 

Structures of Stay I
Structures of Stay II
Structures of Stay III

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